PATIENTENINFORMATIONEN

URSACHEN FÜR DEN FUNKTIONSVERLUST DER BANDSCHEIBEN

Bandscheibenvorfälle haben unterschiedliche Ursachen, entstehen aber selten als Folge eines Unfalls oder einer einmaligen „falschen Bewegung“, sondern sind in der Regel das Resultat einer oft jahrelangen Vorschädigung der Bandscheiben. Für diese Vorschädigung gibt es vornehmlich zwei Gründe: Strukturverlust und Schädigung des Bandscheibengewebes durch Verlust der Elastizität sowie eine Fehlhaltung in Verbindung mit zu wenig Bewegung. Beides bedingt sich oft gegenseitig.

  • Dehydration – zu wenig trinken, Alkoholkonsum
  • Zu wenig Bewegung – Bewegung erhält den Stoffwechsel der Bandscheiben
  • Langes Sitzen oder Stehen in schlechter Position – ungleichmäßige Druckverteilung auf die Bandscheiben drückt diese in eine Richtung
  • Schlechte Ernährung – Die Bandscheibe braucht Nährstoffe, um gut funktionierendes Gewebe aufzubauen
  • Fehler in der Wirbelsäulenstatik – nicht ausbalancierte Druckbelastung drückt die Bandscheibe dauerhaft in eine Richtung
  • Sonstige Erkrankungen – Entzündungen, Entwicklungsstörungen, sonstige Allgemeinerkrankungen

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AUSWIRKUNGEN DES FUNKTIONSVERLUSTS DER BANDSCHEIBEN

Das Rückenmark und die seitlich aus der Wirbelsäule austretenden Nerven (Spinalnerven) sind neben dem Gehirn die wichtigsten Strukturen im Körper. Schaffen die Bandscheiben es nachts in der Ruhephase nicht mehr sich zu erholen und mit Flüssigkeit vollzusaugen, verlieren sie ihre Elastizität und Ihre Pufferfunktion. Über die Jahre verschlechtert sich der Zustand ihrer Knorpelstruktur. Die Bandscheiben verlieren dauerhaft an Volumen. Durch ständiges Sitzen, zu wenig Bewegung und eine schlechte Haltung kann der Kern der Bandscheibe seine zentrale Position verlieren und durch das schon geschädigte Bandscheibengwebe nach außen gedrückt werden. Die Folgen können Arthrose der Wirbelgelenke, Einengung der Spinalnerven oder eine sogenannte Spinalkanalstenose sein. Dies kann zu erheblichen Schmerzen und Funktionsstörungen führen. Das Gehirn befindet sich nun im Dauerstress, weil seine überlebenswichtigen Kommunikationswege (das Rückenmark) und die Spinalnerven beeinträchtigt oder verletzt sind.

GRUNDLAGEN

PHYSIOLOGIE DER BANDSCHEIBE

Die Band­schei­ben sind der nicht­knö­cher­ne Be­stand­teil zwi­schen den Wirbel­kör­pern, die der Wir­bel­säu­le ihre Ba­lance, Flexi­bi­li­tät und Be­weg­lich­keit ge­ben und als Puf­fer die­nen, um Stö­ße ab­zu­fan­gen. Die Wir­bel be­we­gen sich qua­si auf ei­nem fest ver­an­ker­ten Faser­kis­sen, das durch einen gel-arti­gen Kern im­mer wie­der in sei­ne Mit­te zu­rück­fin­det.

Das Band­schei­ben­ge­we­be äh­nelt ei­nem fes­ten Schwamm, der sich bei Ent­las­tung mit Was­ser und Nähr­stof­fen voll­saugt und die­se über den Tag durch den Druck der auf­rech­ten Hal­tung und ver­schie­de­ne Be­las­tun­gen wie­der ver­liert. Des­halb sind wir abends durch­schnittlich 1,7 cm klei­ner als mor­gens. Über Nacht oder wenn wir uns tags­über hin­legen, sorgt der osmo­tische Druck in den Band­schei­ben da­für, dass Flüs­sig­keit an­ge­saugt wird und die Band­schei­ben wieder an Hö­he ge­win­nen.

GRUNDLAGEN

BANDSCHEIBENVORWÖLBUNG UND BANDSCHEIBENVORFALL

Funktioniert dieser Schwamm-Mechanismus nicht mehr, verringert sich der Abstand zwischen den einzelnen Wirbeln, sodass Nerven, Lymphgefäße und Blutgefäße, die zwischen den Wirbeln austreten immer weniger Platz haben und im schlimmsten Fall bedrängt oder gequetscht werden können. Das Bandscheibengewebe wird über den Wirbelrand hinausgedrückt und verursacht zusätzlichen Druck auf Nerven, Rückenmark und Gefäße. Diese Bandscheibenprotrusion kann sich zu einem Bandscheibenvorfall entwickeln und ist meistens der Grund für ausstrahlende Schmerzen. Außerdem verstärkt sich der Druck auf die normalerweise sauber übereinander gleitenden Wirbelgelenke und es kommt zu Schmerzen, Verschleiß und Bewegungseinschränkungen. Das Ergebnis nennt man degenerative Bandscheibenerkrankung.